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archiv veranstaltungen 2017
Jahresthema «Was uns mut macht»

 
 
Donnerstag, 6. April 2017

«Alles wird anders.
Worauf wir uns verlassen können»

Perspektiven für eine Gesellschaft im Wandel
 
 
 

Referat mit Erwiderung – Donnerstag, 6. April 2017, 20 Uhr, im Katholischen Kirchgemeindezentrum Binningen (Margarethenstrasse 32)

Prof. Dr. Carlo Knöpfel, Hochschule für Soziale Arbeit der FHNW
Dr. iur. Claudia Kaufmann, Ombudsfrau der Stadt Zürich

Die rasanten Veränderungen in unserer Gesellschaft fordern heraus und machen manchmal auch Angst. Wie können wir ihnen begegnen? Und welche Werte leiten uns dabei? Die demographische Entwicklung braucht kreative Antworten zur Gestaltung. Die sich ändernde Sozialgestalt der Familie verlangt nach neuen Formen. Die Anforderungen in der Arbeitswelt werden komplexer, und Arbeitnehmer müssen immer flexibler werden. Menschen dürfen dabei nicht auf der Strecke bleiben.

Die Referenten werden als «Tandem» die soziale, politische und wirtschaftliche Realität analysieren und die Richtung der Veränderungen in unserer Gesellschaft aufzeigen. Im Dialog miteinander und mit den Zuhörer/innen werden Ideen und Perspektiven zur mutigen und verantwortungsvollen Gestaltung der Zukunft diskutiert und entwickelt.

Carlo Knöpfel, Dr. rer.pol., studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel. Während 19 Jahren arbeitete er bei Caritas Schweiz. Zunächst leitete er den Bereich Grundlagen und war als Mitglied der Geschäftsleitung für die sozialpolitische Positionierung von Caritas Schweiz verantwortlich. Seit 2012 nimmt er eine Professur für Sozialpolitik und Sozialarbeit am Institut für Sozialplanung, organisationalem Wandel und Stadtentwicklung der Hochschule für Soziale Arbeit in Basel wahr. Seine Schwerpunkte sind der gesellschaftliche Wandel und die soziale Sicherheit, Fragen zu Armut, Arbeitslosigkeit und Alter sowie der Beitrag der Zivilgesellschaft zur beruflichen und sozialen Integration.
Geboren 1956 in Basel. Schulen und juristisches Studium (Dr. iur.) in Basel. 1985-2003 in der Bundesverwaltung tätig, u.a. als erste Leiterin des Eidg. Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (1988-93), Stellvertretende Generalsekretärin und Leiterin des Rechtsdienstes des Eidg. Departements des Innern (EDI) (1993-95) sowie als Generalsekretärin des EDI (1996-Jan. 2003). Aufenthalt am Wissenschaftskolleg Berlin und berufliche Selbständigkeit (2003-04). Verschiedene Publikationen zu gleichstellungs- und sozialpolitischen Fragen. Co-Herausgeberin und Co-Autorin des Kommentars zum Gleichstellungsgesetz (2., neuüberarbeitete Auflage 2009). 2004 Wahl zur Ombudsfrau der Stadt Zürich (Arbeitsaufnahme 1. November 2004) und Umzug nach Zürich. 2011 Verleihung des Nanny und Erich Fischhof-Preises zusammen mit Dick Marty.
Freitag, 16. juni 2017

Bruno Manser:
Träumer oder Visionär?

Bruno Manser im Film und im Gespräch mit Weggefährten
 
 

Von 1984 bis 1990 lebte Bruno Manser im Dschungel von Borneo. Was als Abenteuer eines «Aussteigers» begann, entwickelte sich zu seiner Lebensaufgabe. Bruno Manser wurde vom Volk der Penan als einer der ihren aufgenommen.Im Konflikt mit der Holzindustrie, für die schon damals immer grössere Flächen des Urwalds abgeholzt wurden, stellte sich Bruno Manser entschieden auf die Seite der Ureinwohner und versuchte, in der Schweiz mit medienwirksamen Aktionen die Bedrohung des Lebensraums der Penan aufzuhalten. Seit seiner Rückkehr nach Borneo im Jahr 2000 gilt er als vermisst.

War Bruno Manser ein naiver Träumer, der das Rad der Zeit anhalten wollte, oder ein weitsichtiger Visionär, der konsequent für seine Überzeugungen und Werte einstand? Was hat sein Einsatz zu verändern und zu bewirken vermocht?

Darüber sprechen wir mit Martin Vosseler (Bruno Manser Fonds) und Fredi Hirt (Mission 21), die ihn gekannt haben, und diskutieren, ob und inwiefern uns Bruno Manser und sein Wirken ermutigen.

 
 
 
Freitag, 8. september 2017

Improvisationstheater «Mauerbrecher»
zum jahresthema «was uns mut macht»

kulturanlass des ethischen forums
 
 
 

Improvisationstheater lebt von Überraschungen. Die Vorstellungen sind weder einstudiert noch ist der Ablauf des Dargestellten vorhersehbar. Auf der Bühne geschieht nur Unmittelbares und Authentisches. Die Schauspieler erhalten ständig neue Handicaps zur Steigerung der Schwierigkeit – und auch zur Erheiterung des Publikums.

So werden Szenen beispielsweise gereimt oder synchronisiert. Oder der Musiker beginnt zu spielen und die Szene muss unerwartet gesungen werden. Alles ist möglich. Impro-Theater kennt keine Grenzen. Impro-Theater ermöglicht, die ‹vierte Wand›, sprich die Abtrennung zwischen Publikum und Bühne, einzureissen. Daher unser Name: Die Mauerbrecher!»

Historisch gesehen gab es neben den üblichen Theatergattungen schon immer auch das Improvisationsgenre. Die wohl direkteste Vorform des heutigen Impro-Theaters findet sich im italienischen Nachmittelalter: die Commedia dell´Arte, in der die Schauspieler, ausgehend von festgelegten Strukturen und Charakteren, auf der Bühne improvisierten. Die modernen Vorläufer des heutigen Impro-Theaters entstanden etwa in der Mitte des 20. Jahrhunderts in England, später in Kanada. In Deutschland verbreitete sich das Impro-Theater seit Mitte der 80er Jahre. Die Mauerbrecher aus Freiburg gibt es seit 1996.

«Wir brauchen Vertrauen und müssen gut aufeinander hören», meinte Andreas Lasch, der Kopf der Truppe, zu Beginn der Mauerbrecher-Show, «nur so wird es heute eine Premiere, die nie wieder so zu sehen sein wird». Schnell fiel die Wand zwischen Bühne und Zuschauern, welche am letzten Freitag-Abend im Kirchgemeindesaal der Reformierten Kirche Bottmingen erschienen waren. Das Lachen und die kommunikative Spielfreude der Mauerbrecher machte es dem Publikum leicht, sich durch Zurufe oder durch auf Zettel geschriebene Anregungen zu beteiligen.

Die Zuschauer waren von Anfang an vom rasanten Spiel der Mauerbrecher gefesselt. Situationen, Dinge, Personen verwandelten sich wie im Flug. Der Hund zum Beispiel, der gerade noch Angst auslöste und sich an einem Bein festgebissen hatte, verwandelte sich zum Leckerbissen. Oder der dicke Bauch, der schmerzt, wird plötzlich zum Bierkrug, aus dem man reichlich trinken kann. Immer wieder wurden auch Umfrageergebnisse des Ethischen Forums «Was uns Mut macht» ins Spiel eingeflochten – zum Beispiel in der Ode «Gebraucht-Werden» oder dem Interview über das Abschmelzen der Eisberge, das urkomisch in die Gebärdensprache übersetzt wurde. Noch lange nach Schluss der anregenden «Show» diskutierten Zuschauer mit den Akteuren über das gemeinsam Erlebte.
Donnerstag, 16. November 2017

Ein Leben für den Frieden:
Sumaya Farhat-Naser

Vortragsabend mit der palästinensischen Friedensaktivistin
 
 

Geboren im Jahr der israelischen Staatsgründung, wuchs Sumaya Farhat-Naser im Westjordanland auf, das seit fünfzig Jahren von Israel besetzt gehalten wird.

In Friedensinitiativen und Frauengruppen sowie in Seminaren mit Jugendlichen setzt sie sich seit Jahrzehnten für Dialog und Gewaltverzicht bei der Lösung des Nahostkonflikts ein. In vier Büchern hat Sumaya Farhat-Naser von ihrer Arbeit und vom Alltag unter Besatzung berichtet. 2017 erschien ihr neustes Buch «Ein Leben für den Frieden - Lesebuch aus Palästina». Sumaya Farhat-Naser wurde 1948 in Birseit bei Ramallah geboren.

Ab 1982 war sie Dozentin für Botanik und Ökologie an der Universität Birseit, Mitbegründerin und Mitglied zahlreicher Organisationen, unter anderem von Women Waging Peace an der Harvard-Universität und von Global Fund for Women in San Francisco. Von 1997 bis 2001 leitete sie das palästinensische Jerusalem Center for Women.

Vielfach geehrt wurde sie unter anderem mit dem Bruno-Kreisky-Preis, dem Mount Zion Award und dem Augsburger Friedenspreis. Sie lebt in Birseit.

 
 
 
«Begegnung mit den Anderen, die mir fremd sind»
Der Abend mit der Friedenaktivistin Suimaya Farhat-Naser war beeindruckend. Ihre anschaulich erzählten Geschichten zeigten, dass sie sehr stark mit ihrer Heimat, dem Land Palästina verwurzelt ist. Als Frau in einer reinen Männergesellschaft setzt sie ihre Friedensprojekte mit Frauengruppen und an Schulen und Universitäten den Erfahrungen des Terrors entgegen. Dabei geht sie von der «Begegnung mit den Anderen, die mir fremd sind» aus. Sie will nicht länger auf die erlittenen Verletzungen schauen, sondern sich auf das konzentrieren, was Menschen in einem friedvollen und gewaltfreien Widerstand einbringen können. Im Gespräch mit ihr kam auch zum Ausdruck, dass sie sich bewusst ist, dass ihre Friedensarbeit erst in zehn oder zwanzig Jahren Früchte tragen kann, denn Menschen und ihre Ansichten und Meinungen ändern sich nur sehr langsam.
Donnerstag, 30. November 2017

Mut-menschen

Herbstpodium des Ethischen Forums
 
 

Video: Renate Bühler

 

Mutige Menschen beeindrucken uns immer wieder durch ihre entschiedene Haltung und ihre Handlungsweise. In jedem Leben kommen wir in Situationen und werden uns Aufgaben gestellt, die uns verunsichern und uns zögern lassen, Konstellationen, in denen Mut vonnöten wäre.

Was aber tun, wenn uns der Mut verlassen hat? Wie sieht Mut überhaupt aus, wie fühlt er sich an? Aus welchen Quellen können wir Mut schöpfen, und wer weist uns den Weg dorthin? Was kann uns helfen, den Mut zu einem dauerhaften Weggefährten zu machen?

 

Die Teilnehmer

 
Markus Christen muss schon als Einjähriger in seiner ersten Adoptivfamilie ums Überleben kämpfen und landet im Waisenhaus. Er absolviert eine Schriftsetzer-Lehre, arbeitet während der Hochkonjunktur in einem grafischen Grossunternehmen und verliert seine Arbeit. Er findet in seinem erlernten Beruf als Typograf keine Stelle mehr und wird Chauffeur. Während einer Fahrt erleidet er in einem Tunnel einen Sekundenschlaf. Bei dem Unfall wird niemand verletzt, jedoch bedeutet dies das Ende seiner Tätigkeit und den Beginn seiner Karriere als Langzeit-Stellenloser und Sozialhilfe-Bezüger. Als freier Journalist schreibt er in seinem Blog gegen gesellschaftliche Vorurteile und für soziale Veränderungen an. Sein Motto: «Armut ist real» – sie ist neben den vielen Einschränkungen auch der Antrieb, kreativ zu werden und sich neu zu organisieren.
Seit fast vierzig Jahren lebt Frère Richard in der ökumenischen Kommunität von Taizé. Nach der Matura war der Sohn eines evangelischen Predigers schon fürs Theologiestudium in Bern angemeldet. Vorher wollte er noch eine Schweigezeit in Taizé verbringen, das er von früheren Aufenthalten kannte. Und dann blieb er, trat mit zwanzig in die Gemeinschaft ein. Heute zählt die Communauté von Taizé an die hundert Brüder, Katholiken und Mitglieder verschiedener evangelischer Kirchen. Sie stammen aus über fünfundzwanzig Ländern. Die Brüder der Communauté von Taizé bestreiten ihren Lebensunterhalt ausschliesslich durch den Erlös ihrer Arbeit. Sie nehmen keine Spenden an. Ihre persönlichen Erbschaften behalten sie nicht, sondern geben sie durch die Communauté den Armen. Sie leben als Zeugen des Friedens auch in kleinen Fraternitäten unter Menschen an benachteiligten Orten in Asien, Afrika und Südamerika und versuchen unter den Ärmsten ein Zeichen der Liebe zu sein. Sie teilen ihr Leben mit Strassenkindern, Gefangenen, Sterbenden, mit Menschen, die unter zerbrochenen Beziehungen und Verlassenheit leiden.
Antoinette Wenk besitzt langjährige Erfahrung in Führung, Gesundheitsökonomie, Marktentwicklung und Vertrieb in diversen multinationalen Unternehmen im Life-Science Sektor in der Schweiz und im Ausland. Sie coacht Einzelpersonen und Teams in Veränderungsprozessen. Resilienz wurde ursprünglich im Kontext der Materialwissenschaft verwendet und beschreibt die Fähigkeit eines Materials nach einer elastischen Verformung, immer wieder die Ursprungsform erlangen zu können. (Symbol dafür ist das Steh-auf-Tierchen. Je nach dem wie der “Knopf” des Steh-auf-Tierchen gedrückt wird, verändert es seine Haltung und richtet sich dank einer versteckten Feder wieder auf.) Das Wort Resilienz kommt aus dem Lateinischen "resilire" und bedeutet "zurückspringen" oder "abprallen". Das Englische Wort resilience beinhaltet zusätzlich die Veränderungskompetenz (Überlebens- und Anpassungsfähigkeit) was für unseren Zeitgeist sehr wichtig ist.