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archiv veranstaltungen 2009
Jahresthemen «Integration und Sterbehilfe»

 
 
Mittwoch, 4. Februar 2009

Fördern und forden

Zauberformel in der Integrationsarbeit? Ein Praxisbericht von Thomas Kessler
 
 
Foto: schweizerbauer.ch/zVg
 

Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft. Das ist insbesondere in der Schweiz nichts Neues, wo das Neben- und Miteinander verschiedener Kulturen und Sprachen eine lange Tradition hat. Tatsache ist aber auch, dass der zunehmende Kulturenmix Probleme mit sich bringt und Fragen aufwirft: Was ist fremd, was ist eigen? Wie ist umzugehen mit Rassismus und Diskriminierung? Haben wir – oder bräuchten wir - so etwas wie eine „Leitkultur“? Was bedeutet in diesem Zusammenhang «Integration»? Wo setzt Integration an, was ist ihr Ziel?

Im Jahr 1999 wurde für Basel-Stadt ein Integrationsleitbild und Handlungskonzept erarbeitet, das mit seinem Grundprinzip des Förderns und Forderns bis heute über Basel hinaus wegweisend ist. «Integration Basel», die kantonale Stelle für Integration und Antidiskriminierung, ist mit der Umsetzung des Leitbildes beauftragt und sorgt für eine innovative Integrationspolitik im Kanton. Das Ethische Forum Binningen-Bottmingen hat Thomas Kessler, den Leiter von «Integration Basel» und Delegierten für Migrations- und Integrationsfragen des Kantons Basel-Stadt, für einen Praxisbericht eingeladen.

Freitag, 5. Juni 2009

RAP - Rhythm and Poetry

Integration - Ein kulturelles Live-Experiment mit Ensy, Tako und L-Montana
 
 
 
 

Rap (Rhythm and Poetry): Sprachgesang geprägt von Reim und Rhythmus. Eine Ausdrucksform der jungen Generation, die berührt, aneckt und provoziert. Die Texte schreiben die Künstler selber im eigenen Dialekt und Stil: Da gibt es den nachdenklichen Rap, der von den eigenen Gefühlen, Ängsten oder vom Fremdsein handelt. Und da gibt es auch den provokativen Rap, der aggressiv und aufmüpfig den Frust ausdrückt oder bitterböse Kritik an der Gesellschaft formuliert.

Neben der oft unzimperlichen „Gassensprache“ gehören die spezielle Gestik, die Kleidung und die Körperhaltung dazu. Wer den RapSongs aufmerksam zuhört, fühlt sich direkt angesprochen und betroffen; Jugendliche aus der Szene fühlen sich verstanden, weil sie in den Songs hören, was auch sie beschäftigt.

Im letzten Herbst kam das Pratteler Längi-Quartier in die Schlagzeilen. In diesem Zusammenhang machte sich L_Montana mit dem Song „4-1-3-3“ einen Namen. Sein Clip wurde von der Öffentlichkeit als beispielhafter Beitrag an die Diskussion um die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund wahrgenommen.

 
 
 
Donnerstag, 27. August 2009

Sterbehilfe aus Sicht der Medizin

Von der Hilfe zum Leben zur Hilfe zum Sterben (Vortrag)
 
 
 

Ein Vortrag von Prof. Dr. med. Daniel Hell zum Thema «Von der Hilfe zum Leben zur Hilfe zum Sterben»: Die Hightech-Medizin erfordert als Ergänzung eine Hightouch-Medizin, denn gerade der alte, sterbende Mensch braucht achtsame Zuwendung. Daniel Hell war bis 2009 ärztlicher Direktor an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und ordentlicher Professor für klinische Psychiatrie an der Universität Zürich. Ab 2009 ist er leitender Arzt des Kompetenzzentrums für Depression und Angst an der Privatklinik Hohenegg.

Er ist Mitglied der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin. Daniel Hell ist als Autor von medizinischen Fachbüchern, aber auch von Büchern über die Wüstenväter bekannt geworden. In der anschliessenden Diskussion werden Vertreterinnen des Personals vom «Hospiz zum Park» in Arlesheim von ihrer Arbeit berichten.

 
Donnerstag, 14. Oktober 2009

Sterbehilfe aus Sicht der Kirche

Das Leben ist kein zweiter Gott (Vortrag)
 
 
 

Das biblische Tötungsverbot gehört zu den Fundamenten der jüdischchristlichen Tradition. Gott ist Schöpfer allen Seins. Nicht der Mensch bestimmt souverän über sein Leben, sondern Gott allein beansprucht alle Macht über Leben und Tod. Im Neuen Testament erscheint Gott als der liebende Gott und als Freund des Lebens. Christus ist in die Welt gekommen, um (ewiges) Leben zu bringen und vom (endgültigen) Tod zu erlösen.

Wie lässt sich angesichts dieser Auszeichnung des menschlichen Lebens über das Sterben reden? Und wie kann über den selbst gewählten und durch menschliches Handeln herbeigeführten Tod gesprochen werden? Erteilt die biblische und christliche Tradition nicht jeder liberalen Auffassung von Sterbehilfe und Suizidbeihilfe eine entschiedene Absage? Keine biblisch und theologisch fundierte Stellungnahme zu Entscheidungen am Lebensende kann sich diesen Fragen entziehen. Wie kann vor diesem Hintergrund eine christlich-kirchliche Antwort in den aktuellen Diskussionen um Suizidhilfe und Sterbehilfe lauten?

Dr. theol. Frank Mathwig vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) kommt nach Bottmingen. Er ist Verfasser des SEK-Textes «Das Sterben leben. Entscheidungen am Lebensende aus evangelischer Perspektive» und Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät der Universität Bern.